Wohl im Gegensatz zu den meisten Leuten reise ich weder besonders gern noch viel. Kurztrips hie und da, Städte anschauen, ja, aber Weltenbummlerin wird aus mir keine mehr. Besonders außerhalb von Europa beschleicht mich dieses spießige "Wer weiß, was dort passieren könnte"-Gefühl bei gerade dem, das andere aufregend finden.
Aber auf die einwöchige Sprachreise nach Irland mit unserem Jahrgang (10. Klasse, etwa 75 Leute) hab ich mich schon Monate davor gefreut. Mal nicht das obligatorische Sight-Seeing und Touri-Attraktionen abklappern, stattdessen mehr mit der englischen Sprache in Berührung kommen und einen Eindruck der irischen Lebensweise bekommen. (Touris waren wir natürlich trotzdem.) Und: Zum ersten Mal in einer Gastfamilie. Dementsprechend hibbelig war ich auch und mit diesem Post möchte ich euch ein paar Eindrücke mitgeben. Keine Angst, Lesefaule, es sind auch mehr als genug Bilder dabei! :)
Gastfamilie
Wir waren immer zu zweit bei einer Familie untergebracht, manchmal zu dritt, wenn es sich nicht ausging. Der Gedanke dahinter ist natürlich, dass man in dieser neuen Situation mit einer fremden Sprache ein vertrautes Gesicht um sich hat und auch mit Busfahren etc. nicht alleine ist. Wer weniger gut englisch konnte, hatte so auch eine Stütze. Ich bin wirklich unendlich froh, dass ich nicht alleine war - ohne meiner Freundin hätte ich mich nie so viel mit unserer Familie reden getraut.
Unsere Familie bestand aus Maureen (ausgesprochen etwa "Moh-ren") und JayJay und ihren Kindern Eion ("Owen", 5) und Hannah (7). Ich war ein bisschen verunsichert, weil ich sonst nicht so irre gut mit Kindern kann, aber die beiden waren einfach zauberhaft. Wir waren überglücklich mit unserer Familie! Es war schwieriger, die Kinder zu verstehen, aber man hat sich daran gewöhnt und wurde immer besser. Englisch zu sprechen und zu verstehen war generell kaum ein Problem!
Unser Haus war ein geradezu winziges Reihenhaus, wie man es vom Stil und der Größe her etwa auch aus England kennt. Das Problem mit diesen Reihenhäusern und Siedlungen ist, dass alles so verdammt gleich aussieht :D Es gab wirklich wenige "individualisierte" und alleinstehende Häuser. Als ich meine Gastmutter gefragt hab, wieso das so ist, hat sie gesagt, wenn man sein Haus z.B. anders streicht ist es nicht mehr so viel wert und es würde niemand kaufen.

Bray | So in etwa sah auch unser Häuschen aus.

Dublin | Sind Backsteinfassaden nicht wunderschön?