Als die schwarzen Feen kamen - Anika Beer [Rezension]

16. September 2012 | 19 Kommentare

Als die schwarzen Feen kamen




Preis: € 12,99
Einband: Klappbroschur
Seitenanzahl: 446
Altersempfehlung: ab 12
Meine Wertung: 2 Pusteblumen
Verlag: cbj



Langsam ließ Gabriel die Hand sinken und sah Marie aus dunklen Augen an. "Du musst das nicht allein tun. Wir finden einen Weg. Zusammen." Seine Worte, so düster sie auch waren, klangen wie ein Versprechen. Ein Versprechen, das Marie trotz aller Trostlosigkeit einen winzigen Hoffnungsschimmer erahnen ließ. Er hatte recht. Sie durften nicht aufgeben. Mühsam zwang sie sich zu einem Nicken.
Als ein gefährlicher Schwarm schwarzer Feen Marie bedroht, gibt es nur einen, der ihr helfen kann: Gabriel, der mysteriöse Junge, der die dunklen Weser zu sehen vermag, die sich in den Schatten der Menschen verbergen. Doch als Marie sich entschließt, Gabriels Hilfe zu suchen, haben die schwarzen Feen die Grenze zu unserer Welt bereits durchbrochen...

Ich finde das Cover total schön. Die Grüntöne mit dem Schwarz sind wirklich gut gewählt und bringen die Stimmung des Buches rüber. In der Klappe drinnen sieht man die Feen nochmal ganz genau, was wirklich extrem toll aussieht. Am Rand musste ich zweimal hinsehen, ich glaube, das sollen Hände sein^^ In der Mitte sieht man Marie bzw. Lea auf das Tor zur Obsidianstadt zugehen.

Die Worte brachen aus Marie hervor, noch ehe er ganz ausgesprochen hatte. Erschrocken über sich selbst sah sie Gabriel an. Doch der schein ihr ihren groben Tonfall nicht übel zu nehmen. Er hob nur interessiert die Brauen. "Feen?" "Schwarze Feen." Marie schluckte. Jetzt war es sowieso egal. Jetzt konnte sie auch gleich alles sagen, was sie dachte. Absurd genug war die Situation sowieso schon, da konnte sie es wohl kaum noch schlimmer machen. "Ich habe als Kind oft von ihnen geträumt. Ich glaube, sie schlüpfen aus bösen Gedanken."

Marie ist zwar keine nervige Hauptprotagonistin, ich muss aber wirklich sagen, dass ich sie fast ein bisschen langweilig fand. Der Titel Als die schwarzen Feen kamen lässt ein bisschen darauf schließen, dass dem Buch etwas Märchenhaftes anhaftet, viel mehr geht es aber darum, wie Marie mit ihrem Kindheitstrauma und dessen Folgen fertig wird. 
Die Idee, dass aus jedem bösen oder wütenden Gedanken eines Kindes eine schwarze Fee schlüpft finde ich zwar richtig toll, die Umsetzung hat mich aber nicht überzeugt.

Gabriel ist, finde ich, der typische, geheimnisvolle Traumtyp. Er kann die Schatten der Menschen, ihre größten Ängste sehen. Dieser Teil vom Buch hat mir sehr gut gefallen. Jeder Mensch hat praktisch seinen persönlichen Dämon im Schlepptau. Davon war ich (leider) so sehr begeistert, dass ich es viel spannender gefunden hätte, wenn das Buch nur von Gabriel gehandelt hätte ...
Maries "beste Freundin" Theresa finde ich übrigens total biestig. So richtig mädchenhaft, versteht ihr? Wie sie sich aufgeregt hat, als sie gemerkt hat, dass sich Gabriel für Marie interessiert und nicht für sie...! Also nee, ohne diese Zicke im Buch hätten wir alle auch gut weiterleben können.

Die Charaktere waren also nicht wirklich fehlerhaft, aber mit keinem außer Gabriel konnte ich eine wirkliche Bindung aufbauen. Ein gutes Buch bringt mich dazu, mit den Charakteren mitzufiebern, was hier einfach nicht der Fall war. Beim Lesen hatte ich des Öfteren das Gefühl, als würde ich durch eine Glaswand eine Operation beobachten, anstatt wie sonst im OP-Saal mitzuhelfen (Grey's Anatomy lässt grüßen).

"Ich wollte nicht so eklig zu dir sein, es ist nur ... Theresa, verstehst du? Sie findet dich so toll, und ich wollte nicht, dass sie was Falsches denkt. Ich kann ihr doch nicht sagen, was wirklich los ist, und jetzt glaubt sie eben, dass du mich - magst..." Marie brach ab. Gabriel schwieg eine Weile. Seine Miene war weicher geworden, während Marie gesprochen hatte. Und gleichzeitig ein wenig traurig. "Na und?", sagte es leise. "Ist doch auch so."

Frau Beers Schreibstil empfand ich als mittelschwer zu lesen. Sie benutzt zwar nicht besonders schwer verständliche Wörter, durch das bedrückende Thema hat mich das Buch auf die Dauer aber so deprimiert und runtergezogen, dass ich nicht lange am Stück lesen konnte. 
Ich will ja nicht unromantisch sein, aber ich frage mich echt wie eine Liebesgeschichte so kitschig sein kann, obwohl außer Händchenhalten nicht viel passiert. Dieses ständige "Könnte er denn wirklich an mir interessiert sein? An MIR? Wie ist das denn möglich? Es gibt sooo viel hübschere Mädchen als mich!" BLABLABLA. Charaktere mit Minderwertigkeitskomplexen nerven!

Abschließend kann ich sagen, dass sich das Buch schon etwas gezogen hat. Durch das bedrückende Thema (mehr oder weniger Kindheitstraumabewältigung eben) zieht einen Als die schwarzen Feen kamen auf Dauer sehr runter. Für ein gutes Buch fehlte mir es hier einfach an Humor, oder zumindest ein bisschen Witz. Gute Idee, mangelhafte Umsetzung, und so kann ich nicht mehr als 2 Pusteblumen geben. Nicht so schlecht, dass es wehtut, aber kein Lesevergnügen.

19 Kommentare

  1. "oh....ok....mh....", das habe ich gedacht als ich die Rezi gelesen habe :D Schade das es dir nicht so gefallen hat....aber jetzt weiß ich ja was auf mich zukommt und werde davor auf jeden Fall ein fröhliches Buch lesen...
    Ich glaube auch das am Rand Hände sind, was ich schon bissle scary finde...:/
    Danke...jetzt weiß ich ein wenig, was auf mich zukommt.

    lg, gina ;)

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    1. Haha, ja, ich hab parallel dazu auch ein witziges Buch gelesen^^ Es kann aber auch sein dass die Als die schwarzen Feen kamen trotzdem gefällt, schließlich mögen es wirklich viele. Weiß der Kuckuck warum ich es nicht so mag aber es ist eben so.
      Ich denke es kann sein, dass das die Hände von den Geistern der Obsidianstadt sind, die nach Marie greifen. Oderso :D

      Alles Liebe :)

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  2. Oh, das ist aber schade, dass dir das Buch nicht ganz so zugesagt hat. Ich habe es selber noch nicht, möchte es aber trotzdem noch lesen. Aber schön, endlich auch mal eine Rezension zu lesen, die sich eher kritisch und negativ mit dem Buch auseinander setzt. Bisher habe ich nur absolut positive Meinungen gelesen.
    Also: tolle Rezension, danke :)
    Liebe Grüße, KQ

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    1. Ich bin ja generell eher der Typ Blogger, der Bücher härter rannimmt und in der Rezi auch mal negative Sachen loswird. Ich persönlich mag es viel lieber, vor einem Buch 'gewarnt' zu werden, das mir nach dem Lesen dann vielleicht doch gefällt, als alles sehr verschönert dargestellt zu bekommen. Ich neige nämlich dazu, zu viel von Büchern zu erwarten^^
      Aber ich bin schon gespannt was ihr beide von dem Buch halten werdet ;)

      Alles Liebe!

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  3. Oh, hört sich nicht gut an. Ich war eh noch nicht sicher ob ich das Buch wirklich kaufen will, aber jetzt werd ich es mir irgendwo ausleihen.
    LG Maggi

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    1. Wenn du dir nicht sicher bist ist ausleihen eh immer besser. Aber ist ja nur meine Meinung, nicht vergessen ;)

      Alles Liebe!

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  4. Du bist mit deiner Meinung nicht alleine, es ging mir auch so. Die STory hat sich einfach zu sehr in die Länge gezogen und wurde ohne Witz und Charme erzählt. Es fehlte einfach was.

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. Dann stimmen wir ja schon wieder überein, wie bei Memento auch^^ Die Humorlosigkeit ist eben noch mehr zur Geltung gekommen, weil ich nebenbei ein ziemlich witziges Buch gelesen habe. Gott sei dank bin ich mit meiner etwas negativen Meinung nicht ganz allein^^

      Alles Liebe!

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  5. Hm, als ich das Buch gelesen habe, fand ich es eigentlich ganz gut, aber jetzt wo ich deine Rezi lese...
    Du hast es mir schlecht gemacht!!!! *heul* ;(((
    Nein, Scherz ^^
    Du hast total Recht! Besonders deinen Vergleich mit dem OP-Saal finde ich toll!

    LG ;)
    Charlie

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    1. D: Das wollte ich nicht!
      Jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen..

      Alles Liebe!

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    2. :DD War doch nur ein Scherz :PP

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    3. Warte, ich kommentiere bei dem Post und schreib dir dann lieber ne Mail, damit das noch eine Überraschung wird ;)

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  6. Ich kann dir da echt nur Recht geben.
    Hab das Buch ebenfalls gelesen und fand es auch nicht besonders gut.
    Vor allem weil die Story auch so in die Länge gezogen worden ist und
    manchmal das Gefühl hatte die Autorin weiß irgendwie selbst nicht über was
    sie das eigentlich schreibt. Für eine deutsche (soweit ich weiß) hat sie einen
    kitschigen Schreibstil!

    Liebe Grüße :)

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    1. Ich weiß auch gar nicht, warum alle das Buch soo toll finden und ich allenfalls mittelmäßig ^^
      Die Story hat sich einfach irgendwie total gezogen und ich konnte mich nicht so mit dem Schreibstil anfreunden.
      Ja, stimmt irgendwie ;)

      Alles Liebe!

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  7. Hey,

    ich würde dich gerne zum Versatile Blogger Award nominieren und würde mich freuen wenn du auch mitmachen würdest. Alle Infos gibt es auf meinem Blog: ilys-buecherblog.blogspot.de

    LG Ilona

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    1. Halloo, ich finde es sehr lieb, dass du an mich gedacht hast, aber der Award hätte bei mir nicht so viel Sinn, weil ich schon mal den 50 Facts about me-TAG gemacht habe und da immer mal wieder Sachen hinzufüge :)

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